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Die Alternative zum Stativ
Fliegender Vogel von Schiff aus mit Steadify fotografiert
fotografieren-lernen
5 Minuten

Der richtige Umgang mit langer Brennweite

Um das Potential langer Brennweiten wirklich voll zu nutzen, muß man ihnen die Schwere nehmen und gleichzeitig Stabilität geben.
Gert Wagner
Veröffentlich: 25.08.22

Ein Schlauchboot bewegt sich vorsichtig zwischen Eisschollen, der gedrosselte Motor ist kaum hörbar. Die kleine Reisegruppe an Bord, in roten Schwimmwesten über der Wetterkleidung, verständigt sich im Flüsterton. Es herrscht totale Stille in der bizarren Landschaft von Svalbard Island im arktischen Ozean von Spitzbergen. Joaquim Arquer aus Spanien blickt angespannt nach vorn und hält die Kamera mit dem langen Objektiv bereit, möglichst ohne die anderen in der Enge des Bootes zu behindern. Jetzt hört man die gedämpfte Stimme des Bootsführers, mit der Hand deutet er auf einen Eisberg, der ihnen langsam entgegentreibt. Ist das endlich der Moment, für den alle im Boot die weite Reise hierher gemacht hatten?

Reisen mit schwerer Ausrüstung

Es war nicht Joaquim’s erste Exkursion in eine fremde, eisige Welt, und sie war genauso spektakulär wie die vorhergehende auf die andere Seite des Globus, in die Antarktis. Sie hatte ihn magisch angezogen, die Weite, die Stille, die Wildheit. Für dieses neue Abenteuer hatte er sich ein 150-400 Teleobjektiv angeschafft, um vielleicht ein bißchen näher an vereinzelte Eisbären, die Gruppen der Walrosse oder einen Seevogel zu kommen und spontan den Bildausschnitt zu variieren. Natürlich hatte er auch sein großes Fernglas dabei, lichtstark, lange Brennweite, schwer.

Wer die Reize und Besonderheiten dieser rauen Landschaften erfahren möchte, muß Zeit mitbringen, viel, viel Zeit und Geduld. Warten, bis sich irgendwo etwas regt, dann vorsichtig versuchen, mit dem Boot näher zu kommen. Immer wieder mit dem Fernglas die bizarre Landschaft absuchen, Treibeis, zerklüftete Felsen, Sandflächen, Wasser.

Es dauert garnicht lange, da kann so ein Fernglas ziemlich schwer werden. Aber was versäumt man womöglich, wenn man es mal kurz absetzt zur Erleichterung der Arme? Auch das lange Teleobjektiv wird irgendwann einfach zu mühselig, und obendrein sind die Lichtverhältnisse nicht immer ausreichend für wirklich kurze Verschlusszeiten, damit die Fotos brillant scharf werden. Für das Teleobjektiv sind diese Probleme mit einem Stativ eigentlich gelöst, oft reicht schon ein kleineres Reisestativ. Es hat nur einen entscheidenden Haken: für das Fernglas ist es nicht unbedingt geeignet, und für schnell wechselnde Szenarien und instabilen Untergrund ist jedes herkömmliches Stativ schlicht unbrauchbar und in dem kleinen Schlauchboot eher störend.

Joachim beobachtet und fotografiert Eisbeeren, gestützt vom Steadify Stativ.
Eisbär in der Antarktis

Reisen in das nördliche oder südliche Eismeer sind mit dem Schiff am schönsten, wenn es so nah wie möglich an die Küsten heranfährt. Für Fotografen gibt es dabei immer wieder besondere Aspekte zu beachten, die sich unterwegs oft unerwartet ergeben können. Zum Beispiel mit dem Stativ. Selbst auf den Decksplanken ist es nur bedingt tauglich, denn so solide wie sie scheinen sind sie keineswegs. Schon die leichten Vibrationen der Maschine tief im Innern des Schiffes können sich kaum wahrnehmbar übertragen bis hinauf aufs Deck und damit auch auf das Stativ – fast ein Garant für unscharfe Fotos. Und mit der Bewegung auch einer leichten Dünung ist ein Stativ bereits überfordert, weil es nur für statische Aufnahmen gemacht ist.

Ein Schiff in Fahrt bedeutet auch wechselnde Szenarien, gerade in den polarischen Gewässern. Immer wieder muss man auf Backbord, Steuerbord, Bug oder Heck achten, ob sich dort eine neue Situation ergeben hat. Einmal, auf dem Weg in das südliche Eismeer, erschien ein Schwarm Delphine unmittelbar vor dem schäumenden Schiffsbug, sie scheinen dieses Spiel zu lieben. Später dann unverhofft eine Walflosse dramatisch nah am Schiff, wie sie mit ruhigem Schwung auf– und wieder abtauchte, ein beeindruckender, unvergesslicher Moment. Die gelegentlichen Begegnungen mit Vögeln gehören ebenso zum Erlebnis einer Seereise. An einem anderen Tag schwebte sogar ein Albatros mit seiner enormen Flügel-Spannweite über dem Schiff und warf einen neugierigen Blick hinab auf die Passagiere - auch für ihn eine seltene Begegnung nach Wochen allein über dem Meer, Tag und Nacht permanent im Flug. Glück, wer da schnell genug ist mit Kamera und grossem Objektiv.

Von der Antarktis zu den Spitzbergen

Wie in der Antarktis, wird auch in der Inselwelt von Spitzbergen irgendwann die Küste zu zerklüftet und das Wasser zu flach für große Schiffe. Jetzt beginnt die Adrenalin-schwangere Exkursion mit dem Zodiac, dem bei Abenteurern schon seit Jahrzehnten bewährten, robusten Schlauchboot mit kräftigem Motor. Eng ist es auf dem kleinen Boot, permanent unruhig, der Boden schwankt. Trotzdem muss das lange Tele unbedingt dabei sein, möglichst immer bereit im Anschlag für eine Überraschung hinter dem nächsten Felsvorsprung oder Eisberg. Ist schon ein bisschen absurd: rundherum die Ruhe, die Stille einer prächtigen Landschaft – aber der ambitionierte Fotograf bleibt eigentlich immer unter Strom. Darum ist es wichtig, ganz entspannt auszuharren und mit Leichtigkeit agieren zu können. Das gilt für jeden in der kleinen Gesellschaft an Bord des Bootes, der dem Unerwarteten entgegenfiebert.

Für solche besonderen Situationen hatte sich Joaquim schon bei seiner Antarktis-Reise ein Steadify mitgenommen, eine handliche Kamera–Stabilisierung eng am Körper. Damit kann er sich gut bewegen und gleichzeitig das große Objektiv schwerelos im Anschlag halten. Besonders lange Belichtungszeiten bei schlechten Wetterbedingungen sind manchmal eigentlich nur mit dem Stativ möglich, vorausgesetzt, es steht nicht auf schwankendem Schiffsboden zwischen anderen Menschen. Im Laufe eines langen Tages unterwegs ist das Problem mit wenig Licht eher die Seltenheit im Angesicht der vielen Situationen, die sich mit einem Steadify wunderbar beherrschen lassen. Nicht nur das Teleobjektiv, auch das hochwertige Fernglas wird damit fast schwerelos, ein Traum für den ruhigen, brillanten Blick auf das Leben in der Wildnis.

Um das Potential langer Brennweiten wirklich voll zu nutzen, muß man ihnen die Schwere nehmen und gleichzeitig Stabilität geben. Mancher hat für sich so seine eigene Technik entwickelt, z.B. abstützen mit dem Ellenbogen vor Brust oder Bauch, bis es dann doch zu mühselig wird, oder ein Reisestativ in den Bauch drücken, blaue Flecken irgendwann gewährleistet. Viele Möglichkeiten, aber die Stütztechnik mit Steadify ist sicher die souveränste und entspannteste.

Lange Brennweiten sollen ja nicht nur vergrössern. In der Fotografie ist ihr begrenzter Schärfebereich ein Gestaltungsmittel, mit dem sich der Schärfepunkt wirkungsvoll vor einem unscharfen Hintergrund – dem Moiré – abheben lässt. Und im Video bewirkt es den begehrten Filmlook. Hilfreich ist eine offene Blende, die den Effekt verstärkt. Mit der damit verkürzten Verschlusszeit wird die Stütztechnik am Körper noch problemloser.

Fliegender Vogel von Schiff aus mit Steadify fotografiert
Vogel im Flug in den Spitzbergen

Für Joaquim Arquer war Bildgestaltung mit der Unschärfe bei dieser Reise nicht wirklich eine Option. Ausnahmen waren Vögel, wenn sie vorbeizogen oder das Boot umkreisten. Da konnte er bei etwas langsamerer Verschlusszeit die Kamera mit dem Steadify zügig mitführen und bewirkte damit den verwischten Hintergrund bei gleichzeitig brillanter Schärfe des Motivs. So waren die filigranen Konturen der Vögel besonders klar erkennbar. Aber die Möglichkeit, einem mächtigen Eisbären so nahe zu kommen, dass der Hintergrund sich im Moiré auflöst, bietet sich nicht einmal dem kühnsten Abenteurer. Und wenn doch, dann wäre womöglich ein Steadify hilfreich, um die Erregung des Momentes zu kompensieren mit einer Kamera, die gelassen in sich ruht.

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